Verknüpfung von energetischen Quellen und Senken
Die Energieversorgung eines Unternehmens war schon immer ein zentraler Ansatzpunkt einer bewussten Ressourcenbewirtschaftung – auch und gerade was die Verbrauchsseite angeht. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland sogar den Beruf des Wärme- und Energie-Ingenieurs, der teilweise die Rolle eines (Ein)Spar-Ingenieurs inne hatte. Denn neben der Versorgungssicherheit waren in der ferneren Vergangenheit (und auch heute wieder) die Knappheit der Ressourcen und die hohen Energiekosten von großer Relevanz.

Die Planung einer effizienten betrieblichen Energieversorgung ist ein Thema für sich. Werden externe Quellen genutzt oder findet eine Eigenerzeugung von Strom, Wärme oder Kälte statt? Können verschiedene Energieformen gekoppelt hergestellt werden, z.B. durch Kraft-Wärme-Kopplung? Ist der Einsatz regenerativer Quellen sinnvoll? Entsteht in der Produktion Abwärme, die genutzt werden kann?
In der Praxis fallen allerdings Ineffizienzen auf, die oft viel banaler sind. Da stehen z.B. ungekapselte Maschinen oder Öfen mit erheblicher Wärmeentwicklung in Hallen, die klimatisiert werden. Prozesse mit Kältebedarf stehen neben Prozessen mit Wärmebedarf oder Wärmeentwicklung. Maschinen und Aggregate sind überdimensioniert und werden nicht vernünftig geregelt - mit der Konsequenz von ineffizienten Betriebszuständen oder unnötiger Abwärmeentwicklung.
Ein erster Ansatzpunkt ist, sich einen Überblick über die Verbraucher und Erzeuger von Wärme und Kälte in der Produktion zu verschaffen, die Mengen, Qualitäten und zeitlichen Bedarfskurven zu kennen und sinnvolle Verknüpfungen zu überprüfen. Dazu wurden in den vergangenen Jahren Analysemethoden entwickelt, wie z.B. die Pinchmethode, die solche Vorhaben sinnvoll unterstützen, aber noch wenig verbreitet sind.

